Veranstaltungsrückblick

14. Jänner 2016 - Josef WAGNER beerdigt

Datum: 14 Jan 2016

Nachruf von SB-Obmann Kons. Franz Schimpl:

 

 

 

„Hochw. Herr Pfarrer

Sehr geehrte Familienmitglieder, nahe Angehörige u. Verwandte des verstorbenen Josef WAGNER

Sehr geehrte Trauerversammlung

 

 

Wir sind heute zusammen gekommen um Abschied von Josef WAGNER zu nehmen.

In diesen schweren Stunden der Trauer gilt unser besonderes Mitgefühl den Kindern, Enkelkindern, Geschwister und den nahen Angehörigen. Persönlich und im Namen des Seniorenbundes darf ich mein aufrichtiges Beileid überbringen.

Wir wollen kurz inne halten und auf den Lebensweg von Josef Wagner zurückblicken. Seine Jugendzeit war in den Kriegsjahren. So musste er als 17 jähriger am 21. November 1944 einrücken und kam zur Waffen-SS als Funker und Fernschreiber. Beim Kriegsende kam er in Gefangenschaft nach Rußland. In der sibirischen Kälte erlitt er starke Erfrierungen und machte im Arbeitslager fürchterliche Qualen mit. Nicht umsonst schrieb er in seinen Kriegserinnerungen „Es gab Momente, wo ich die Toten beneidete.“  Innerhalb von 9 Monaten verlor er 28 kg von seinem jugendlichen Körpergewicht. Diese grausamen Schicksale bewegten ihn bis an sein Lebensende.

Seine schönsten Stunden mögen wohl gewesen sein, als er nach 29 Monaten die erste Post von zu Hause erhielt und am 25. Februar 1948 nach 3 Jahren und 10 Tagen in seine Heimatgemeinde Paßberg kam.

Diese Kriegserlebnisse habe ich in der Gemeindechronik abgelegt, dort kann man diese Schicksalstage nachlesen.

Mit seiner Gattin bewirtschaftete er die elterliche Landwirtschaft und war durch seinen Fleiß und seiner Fachkenntnisse ein vorbildhafter Bauer.

Mit seiner Gattin und den 6 Kindern führte er  ein gutes Familienleben.

Josef Wagner pflegte stets die Nachbarschaft und war durch seine Hilfsbereitschaft sehr beliebt. Gerne hat er Bücher gelesen und den Lesestoff mit Nachbarn und Freunden getauscht. Er hatte stets für alles Interesse und war über Vieles gut informiert.

Einen Dank darf ich den Töchtern und Söhnen des Verstorbenen aussprechen, die ihrem Vater Hilfe und Unterstützung gaben und solange es möglich war, zu Hause betreuten.

Als sich vor 5 Monaten der gesundheitliche Zustand verschlechterte, nahm er die Pflege u. die Betreuung im Seniorenwohnheim St. Elisabeth in Anspruch. Den Ehrw. Schwestern und dem Pflegepersonal sei dafür herzlich gedankt.

Josef Wagner war seit 4. Feb. 1990 Mitglied beim Seniorenbund. Gerne nahm er bei Ausflugsfahrten und Veranstaltungen teil. Für die 25-jährige Mitgliedschaft wurde ihm die Ehrenurkunde verliehen. Als Dank für die Mitgliedschaft und als Dank für alle seine guten Taten brennt hier auf dem Altartisch die Kerze des Seniorenbundes. Mitglieder werden ihn zur letzten Ruhestätte begleiten und ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Josef Wagner wurde nun heimgerufen, Er geht nun den Weg, den ihm seine Gattin im Jahr 2000 vorausgegangen ist. Möge ihm auf dem Weg in die Ewigkeit das Licht der Kerze leuchten.

 

Der Herr gebe ihm die ewige Ruhe!“